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Siegfried Wagner: Vorspiel zu Die heilige Linde, op. 15 (1927)

Das Symphonie Orchester Karlsbad unter der Leitung von David Robert Coleman führte am 24. Februar 2022 das Vorspiel zu Siegfried Wagners op. 15, Die heilige Linde im Großen Festsaal des Hotel Pupp auf:
 
 

 

 
Diese wunderbar musizierte nicht-öffentliche Aufführung diente zur Vorbereitung der überfälligen szenischen Uraufführung der Oper, deren späte konzertante Uraufführung vor 21 Jahren (2001) in Köln stattfand..

 
Josef Limburg über die erste Begegnung mit Siegfried Wagner

Zweimal hat der Bildhauer Josef Limburg (1874 - 1955) Siegfried Wagner porträtiert; in seinem Tagebuch schildert er, wie sie sich 1902 erstmals in Rom begegneten, wo Siegfried Wagner eine Zeit lang mit dem ebenfalls erwähnten Otto Greiner (1869 - 1916) und mit dem Maler Ludwig von Hoffmann (1861 - 1945) zusammen lebte:
 

    Josef Limburg, Porträt Siegfried Wagner

    Josef Limburg, Porträt Siegfried Wagner

    Rom, im Februar 1902.
     
    Zu einer Abendgesellschaft bei Baron von Rotenhan waren mindestens 60-80 Personen eingeladen. Ich kannte außer Sr. Exzellenz und dem Gesandtschaftsrat von Flotow niemand. Es gab ein prunkvolles Büfett und gute Weine. Plötzlich wurde bekannt gegeben, daß die Frau eines deutschen Bildhauers singen würde: »Dich, teure Halle«, aus »Tannhäuser«. Herr von Flotow trat an mich heran und sagte, daß auch Siegfried Wagner da sei.
     
    Die ältliche Dame sang. Nicht schön, aber laut. Schrille Töne zerrissen mir mein Ohr, wie wenn eine Schnellzugslokomotive in die Eisenbahnhalle einfährt. Ich flüchtete mit einigen anderen Herren durch verschiedene Räume in ein entfernter gelegenes Zimmer. Dort ließ sich gerade ein Herr bei gedämpftem Lampenschein auf ein Sofa nieder. Ich setzte mich zu ihm. – Sie sind wohl auch des Gesanges wegen ausgerissen, redete ich ihn an. ]awohl, es ist scheußlich. Siegfried Wagner soll auch hier sein, was mag der bloß dazu sagen? Er hat es Ihnen eben gesagt, war die Antwort.
     
    So lernte ich Siegfried Wagner kennen. Er besuchte mich im Atelier. Ich traf ihn in der Osteria Rampichino mit dem Radierer Otto Greiner beim Mittagsmahl. Oft gingen wir zusammen ins Café greco, wo einst auch sein Vater und Franz Liszt schon gewesen. Gerne hätte ich seinen feinen Kopf modelliert. Er hatte aber keine Zeit mehr. Komponierte. Wollte abreisen.
     

Josef Limburg, »Christliche Bildwerke und Tagebuchblätter aus der Schaffenszeit«, München o. J., Seite 84. 

 
Siegfried Wagners künstlerischer Nachlass online

Der künstlerische Nachlass Siegfried Wagners – derzeit (Januar 2022) insgesamt 22 Objekte – ist neben dem Nachlass von Richard und Cosima Wagner sowie zahlreichen Dokumenten von Franz Liszt online beim Richard Wagner Nationalarchiv zugänglich; außer den Partiturhandschriften von 16 Opern, der Symphonie, der symphonischen Dichtung Glück sowie dem Scherzo Und wenn die Welt voll Teufel wär! gehören auch die Erinnerungen dazu sowie die Tagebücher der Reise nach Asien 1892 und der Herbstreise 1928 und weiter 1929-1930.
 
Seit 2017 wird der ca. 12.000 Dokumente umfassende Handschriftenbestand aus 150 Jahren digitalisiert; dabei handelt es sich 

    um das Herzstück des Bestandes aus dem früheren Archiv der Familie Wagner, das 1973 für die Richard-Wagner-Stiftung angekauft wurde: die originalen Briefe, Notizbücher und Manuskripte aus dem Nachlass Richard und Cosima Wagners sowie die Musikhandschriften Richard Wagners und seines Sohnes Siegfried – eine musik- wie kulturgeschichtlich höchst bedeutsame Sammlung unterschiedlicher Dokumente.

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