Schlagwort-Archiv: Bruder Lustig

Vergewaltigung oder Befreiung?

Bruder Lustig, so heißt es gewöhnlich, gebe gegen Ende der nach ihm benannten Oper das Signal für eine Massenvergewaltigung. Durch diese Interpretation wird jedoch eher das Stück vergewaltigt, da sie ihm mit Schlagworten des 20. Jahrhunderts zu Leibe rückt, ohne sich erst einmal um seine innere Logik und um den Punkt zu kümmern, um den… Weiterlesen »

Namen als Schlüssel der Interpretation

Wie stets in seinen musikdramatischen Werken, so arbeitet Siegfried Wagner auch in seinem opus 4 mit Onomapoetik und -poesie. Namenlos und im Gegensatz zum Opernerstling DER BÄRENHÄUTER auf ihre Berufsfunktionen beschränkt sind die Würdenträger Bürgermeister, Priester und Herold, aber auch die Verlängerung der Exekutive, der Bursche. Michel Der Bürgermeister wird mit dem Vornamen Michel angesprochen, einem… Weiterlesen »

Heinrich, Heinz und Henry

Heinrich ist nicht nur der Name des männlichen Protagonisten in Siegfried Wagners Opus 4, ein Heinrich spielt auch in seiner nachfolgenden Oper STERNENGEBOT eine Rolle. Angesichts der enormen Bandbreite von Namensfindungen und Namensneuschöpfungen in den Bühnenwerken Siegfried Wagners scheint ein solches Vorgehen verwunderlich und des Nachgehens wert. »Herr Heinrich saß am Vogelherd« heißt es in der… Weiterlesen »

Gewalt in der Oper

Die bislang letzte Inszenierung von Siegfried Wagners vierter Oper BRUDER LUSTIG fand an der Berliner Staatsoper unter dem Titel »Andreasnacht« am 7. Juni 1944, also am Tag nach der Invasion in der Normandie und zwei Wochen vor Stauffenbergs Attentat auf Hitler statt. Wie Peter P. Pachl in seiner materialreichen Arbeit über »Siegfried Wagners musikdramatisches Schaffen« (Tutzing… Weiterlesen »

›Gespensterlug‹ und ›Zaubertrug‹

»Der Aberglaube ist ein Kind der Furcht, der Schwachheit und der Unwissenheit« befand Friedrich der Große einmal. Und wie zählebig doch dieses Kind ist! Bis heute hat sich der eine oder andere Aberglaube erhalten – und zwar nicht nur beim Bühnenvolk, wo man sich vor Premieren mit »Toi-Toi-Toi« über die Schulter »spuckt«, weil der Speichel als… Weiterlesen »

›Andreasnacht‹ – musikalisches Zentrum der Oper

Die Andreasnacht steht im Mittelpunkt der Oper BRUDER LUSTIG von Siegfried Wagner, die ja auch unter dem Titel »Andreasnacht« am 7. Juni 1944 an der Berliner Staatsoper inszeniert wurde; diese Aufführung war übrigens das Regiedebüt von Wolfgang Wagner – und zugleich die letzte szenische Realisierung des Werkes bis zur Aufführung am Stadttheater Hagen. In der Nacht… Weiterlesen »