›Wieland Wagners Siegfried Wagner-Rezeption‹

Mit großzügiger Unterstützung der Friedrich Baur-Stiftung, der Oberfrankenstiftung, der Stadt Bayreuth und der Sparkasse Bayreuth findet unsere nunmehr zehnte Ausstellung in Folge in Bayreuth – wie schon im vorvergangenen Jahr – erneut im RW21 statt: Anlässlich Wieland Wagners 100. Geburtstags am 5. Januar 2017 dokumentiert die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft Wieland Wagners Siegfried Wagner-Rezeption, die die intensive Beschäftigung des berühmten Regisseurs, Bühnenbildners und Festspielleiters mit dem Œuvre seines Vaters aufzeigt:

Wieland Wagner, der oft betonte, Sohn (also nicht Enkel) eines Komponisten zu sein, entwarf Bühnenbilder zu sämtlichen vollendeten Opernwerken seines Vaters Siegfried Wagner. In der ersten Periode seines Schaffens als Bühnenbildner und Regisseur (1936-1944) setzte er sich besonders mit den Stoffen seines Vaters auseinander, fertigte Pastellentwürfe zu dessen Opern DER BÄRENHÄUTER, HERZOG WILDFANG, DER KOBOLD, BRUDER LUSTIG, STERNENGEBOT, BANADIETRICH, SCHWARZ­SCHWANENREICH, SONNENFLAMMEN, DER FRIEDENSENGEL und DIE HEILIGE LINDE an, stattete wiederholt SCHWARZSCHWANENREICH, SONNENFLAMMEN und DER BÄRENHÄUTER aus und inszenierte 1944 am Landestheater in Altenburg AN ALLEM IST HÜTCHEN SCHULD!, das im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth zur Aufführung kam. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg revolutionierte Wieland Wagner das Szenenbild durch symbolistisch abstrahierte Lichträume. Einem Angebot des Stuttgarter Intendanten Walter Erich Schäfer, auch eine Oper Siegfried Wagners in abstrahierender Weise zu realisieren, folgte Wieland Wagner jedoch nicht; die neue Sachlichkeit und sein abstrakter Stil schienen ihm den Werken seines Vaters nicht zu entsprechen. Als dagegen das Stadttheater Regensburg seinerseits versuchte, den BÄRENHÄUTER neu heraus zu bringen, damit aber bei der Witwe des Komponisten auf Widerstand stieß, setzte er sich erfolgreich für dieses Vorhaben ein. Eine eigene szenische Neubefragung des Œuvres seines Vaters hatte Wieland Wagner für das Jubiläumsjahr 1969 zu dessen 100. Geburtstag geplant – er starb jedoch bereits drei Jahre zuvor am 17. Oktober 1966.

Die Ausstellung des Kuratorenteams Prof. Dr. Peter P. Pachl und Achim Bahr wird die Arbeit des Bühnenbildners und Regisseurs Wieland Wagner an den Opern seines Vaters in Entwürfen und Fotografien, Besetzungszetteln und Presseberichten umfangreich dokumentieren. Zur Mitwirkung an Konzeption und Textualisierung der Ausstellung konnte die österreichische Theater- und Musikwissenschaftlerin Dr. Ingrid Kapsamer gewonnen werden, die die ebenso umfassende wie voluminöse Biografie ›Wieland Wagner: Wegbereiter und Weltwirkung vorgelegt hat.

Die Ausstellung wird am Dienstag, den 25. Juli 2017, um 10:30 Uhr durch Bürgermeister Thomas Ebersberger eröffnet.

Ort der Veranstaltung ist der Ausstellungsraum (›Galerie‹, 1. Etage) im

RW21
Richard-Wagner-Straße 21
95444 Bayreuth

Telefon: +49 . (0) 921 . 507038 – 30

Die Eröffnung wird musikalisch gestaltet von Rebecca Broberg (Sopran) und Ulrich Urban (Klavier) mit Szenen und Arien aus Opern von Siegfried Wagner.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek (Di-Fr: 10:00-19:00 Uhr, Sa: 10:00-15:00 Uhr) bis zum 26. August 2017 besichtigt werden, der Eintritt ist frei.